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Die Shruti Box, auch Sur Peti genannt, ist ein aus Indien stammendes Instrument das in erster Linie zur Gesangsbegleitung eingesetzt wird. Nachdem das Harmonium nach Indien kam und dort Popularität erlangte, wurde es von indischen Instrumentenbauern modifiziert, um ein abgewandeltes Instrument zu erschaffen, das einen kontinuierlichen Grundton erzeugen kann. Die Shruti Box, die in verschlossenem Zustand wie ein kleiner Handkoffer erscheint, ist mit einem Balg versehen damit ein ausreichendes Luftvolumen während des Spiels gewährleistet ist und der Ton nicht abreißt. Dieser Balg ist an beiden Enden mit den Seitenwänden des Holzrahmens verbunden.

Diese Wände sind im verschlossenen Zustand von außen mit Haken gesichert. Um zu spielen, müssen die Haken geöffnet werden, sodass sich der Balg entfalten kann. In einer der Seitenwände befinden sich Löcher, durch die Luft in das Innere des Balgs gelangen kann. Der Balg dehnt sich bei Öffnung der Haken durch seine innere Spannung von alleine aus und saugt Luft ein. Damit diese Luft nicht wieder verloren geht ist an der Innenseite der Holzwand direkt über den Löchern eine kleine Filzmembran angebracht, die sich nach der einströmenden Bewegung über die Luftlöcher legt und so den Rückweg für die Luft versperrt. In der anderen Seitenwand befinden sich metallene Tonzungen, die, wenn sie in Schwingung gebracht werden, je nach Beschaffenheit einen unterschiedlichen Ton erzeugen. Diese Zungen können durch einzelne Klappen gezielt geöffnet oder verschlossen werden, um so bestimmte Stimmungen erklingen zu lassen. Die durch die Löcher einströmende Luft wird mit einer Pumpbewegung der Hand aus der anderen Seite wieder hinaus gedrückt. Es entsteht ein kontinuierlicher Klang bis die Luft im inneren das Balgs verbraucht ist. Durch eine stetige pumpende Handbewegung kann so permanent Luft in die Shruti Box einströmen, auf der anderen Seite ausströmen und dabei einen oder mehrere Töne erzeugen. Ein schier endloser Bordunklang ohne jegliche rhythmische Struktur entsteht. Je gleichmäßiger die Handbewegung, desto fließender der Klang des Instruments. Die üblichen Shruti Boxen beherbergen in sich einen Tonumfang von einer Oktave, auf der beliebige Intervalle oder mehrere Töne umfassende Skalen eingestellt werden können die dann zugleich erklingen. Die Shruti Box, die in der Gongtherapie verwendet wird ist eine Spezialanfertigung aus Indien, die einen Tonumfang von drei Oktaven umfasst, sodass über dem eigentlichen Grundton auch Intervalle in den nächsten beiden Oktaven erklingen können und so das Klangspektrum füllen.

Die Shruti Box kann durch die Eigenart ihrer Klangerzeugung bei einer kontinuierlich fließenden Spielweise einen Teppich aus Tönen weben, auf dem sich Sänger bequem nieder und von den Klängen während des Gesangs tragen lassen können. Es ist auch möglich die Shruti Box perkussiv zu spielen. Hierbei wird während der Pumpbewegungen sanft mit der anderen Hand von vorne unter eine der klingenden Tonzungen geschlagen. In der Folge erklingt diese Tonzunge mit ihrem Grundton und mitschwingenden Obertönen lauter als die anderen geöffneten Tonklappen des Instruments. Es ist somit möglich eine rhythmische und zugleich melodische Struktur mit der Shruti Box zu erzeugen und so das Klangspektrum dieses Instrumentes um eine Dimension zu erweitern. In der Gongtherapie wird sie allerdings kontinuierlich fließend zur Gesangsbegleitung gespielt. Die Shruti Box mutet von der pumpenden Spielweise, ihrem flexiblen Balg mit einströmendem und ausströmendem Kanal, sowie dem kontinuierlichen Klangfluss beinahe wie ein akustisches Herz an. In der Tat ist der Klang dieses Instrumentes von einer ganz besonderen Eigenart die zu Anfangs oft befremdlich klingt, aber nach einer Weile des Einhörens einen tragenden Teppich aus Klängen webt der wie in zeitverlorenem Schweben im Raum steht. Dieser nahezu unendlich anmutende Klang, der durch seine Charakteristik mit frei definierbaren Intervallverhältnissen entsprechende seelische Gefühlsregungen aufleuchten lassen kann, scheint eine archetypische Erlebnisdimension zu bewahren. Diese Überlegung bedarf allerdings eingehender Untersuchungen, die über dieses Kapitel hinaus gehen und sinnvoller Weise auch mit dem Klang der Tanpura zu verknüpfen wären. Bei beiden Instrumenten scheint jedenfalls eine mütterlich-tragende Qualität mitzuschwingen.


(vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Shruti_box; Persönliche Erfahrungen)

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