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a common space & database for harmonic overtones

Eine interessante - erst zwei Monate alte Recherche zum Thema GEMA erschien im Februar 2010 im Spiegel - veröffentlicht  im Spiegel Online.  Ich zitiere hier nur einen Abschnitt:

" ... Gitta Connemann, CDU, im Bundestag sagt: "Viele von uns Bundestagsabgeordneten sind es leid, uns aufgrund von Gebührenbescheiden wegen Weihnachtsliedern fortwährend mit der Gema auseinandersetzen zu müssen." Connemann kann, wie andere Abgeordnete auch, abendfüllend Klagegeschichten aus ihrem Bezirk erzählen.

[...]


Connemann, 45, war Vorsitzende der Bundestagskommission "Kultur in Deutschland" und hat für das Parlament an einem Enquete-Bericht mitgeschrieben, Drucksache 16/7000. Darin geht es auch um die Gema und andere Verwertungsgesellschaften. Dort ist die Rede von einem "hohen Bürokratieaufwand", "erklärungsbedürftigen Verwaltungskosten", mangelnden "demokratischen Teilhabe"-Möglichkeiten. Der Bericht gibt 14  Empfehlungen. Umgesetzt wurde kaum etwas, die Diskussion darüber stockt.

 

Direkt ist das Deutsche Patent- und Markenamt für die Aufsicht der Gema zuständig. "Ich kann nicht erkennen, dass das Patentamt seiner Pflicht zur Einzelfallkontrolle wirklich so nachkommt, wie es eigentlich im Gesetz steht. Eine effektive Kontrolle muss anders aussehen", sagt  Connemann."



Natürlich gab es zu den Äuerßungen von Connemann Widerspruch. So schreibt ein Prof. B. Wefelmeyer in einem offenen Brief an Frau Connemann (kann konnte hier nachgelesen werden):


"... wenn ... das Tarifsystem der GEMA, die Lizenzgebühren usw. in Frage gestellt werden, vernichten Sie durch eine Schwächung oder Abschaffung der GEMA nicht nur viele Existenzen sondern auch die kulturelle Vielfalt und ein Teil des kreativen Potenzials unseres Landes.

Warum wird nicht erwähnt, dass die GEMA über mehrere Stiftungen in Not geratene Komponisten unterstützt, nichtkommerzielle Projekte fördert und finanziert, Stipendien vergibt? Welche Blasphemie das unwidersprochene Zitat im Spiegel Artikel –„die GEMA wird zunehmend vom Kultur-Schützer zum Kultur-Vernichter.“

Es ist doch deprimierend zu sehen wie die Diskussion um die GEMA durch schlechte Recherche und populistische Äußerungen immer mehr an Niveau verliert. Bevor ich die Keule mit den Schlagworten Schikane, Abzocke, Unrecht usw. raushole, sollte ich mich mit den Regularien der GEMA und den Grundzügen der Verteilung vertraut machen, die im Bemühen um die Gerechtigkeit im Einzelfall, zugegebener Maßen, kompliziert sind und zu den immer wieder zu hörenden Vorurteilen führen. [... ] "


Gut zu wissen, dass die GEMA über mehrere Stiftungen in Not geratene Komponisten unterstützt und nichtkommerzielle Projekte fördert.  Vielleicht kann ich eine dieser Stiftungen dafür gewinnen, dieses Netzwerk zu fördern. Kann mir jemand mit Adressen oder Kontaktpersonen weiterhelfen?



In meiner eigenen Recherche bin ich unter anderem auch auf die  Tipps um Umgang mit der GEMA der Interessengemeinschaft Kultur in Deutschland gestossen.  Hier fand ich einen nicht ganz unwichtigen Hinweis, den es zu überprüfen gilt:


"Wenn zwei oder mehrere Autoren an einem Werk arbeiten und nur einer der drei oder zwei ist kein Gema-Mitglied, dann kann dieser eine Autor verhindern, daß das Werk Gema pflichtig wird."


Mit anderen Worten: ist ein Musiker in einem Ensemble nicht Mitglied, so kann die Musik dieses Ensemble mitunter GEMA frei sein, sofern die obige, zitierte Information stimmt.


Vielen Dank für's Lesen,
Jens

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Antworten auf diese Diskussion

Hallo Jens,

das sind wirklich interessante Informationen. Ich finde das GEMA-Prinzip ziemlich unübersichtlich ... Es wäre wirklich gut, da mal mehr Klarheit und vor allem Einfachheit hineinzubringen.

Liebe Grüße
Birgit Marita
... ja, und wenn ich Nestor Kornblums Kommentar lese:

Hi Everyone, I'm a member of SGAE the Spanish association of authors and musicians. However, I have total control over my music and I can place it wherever I wish and give permissions to any site to publish my music. I also have signed agreements with BFM digital to sell my music via sites worldwide (e.g. Amazon, iTunes etc..) They're agreat company and you can check them out on Facebook... Harmonic Gretings Nestor

dann kommt mir nur ein Gedanke - dieses ganzen Richtlinien, Verordnungen oder Gesetze in Sachen GEMA gehören europäisch vereinheitlicht, wobei Musiker frei bestimmen sollen, wann, wo, wie und zu welchen Konditionen sie ihre Musik spielen oder bezogen auf Online Steaming abspielen. Selbstverständlich muss geistiges Eigentum geschützt werden und Dritte, die dieses nutzen, sollen selbstverständlich dafür auch eine Lizenz bezahlen, wenn Musiker diese Dritten nicht ausdrücklich davon freistellen. Im vergangenen Jahr habe ich diese e-Petition an den deutschen Bundestag zum Schutz von Kleinveranstaltern mitgezeichnet und habe seitdem leider nichts mehr davon gehört. Nun diesesn Februar Artikel aus dem Spiegel zu lesen und die Stellungnahmen dazu veröffentlicht auf der GEMA Webseite spornen mich an, mehr über diese Organisation wissen zu wollen und nicht alles als »Gegeben und Gott-Gewollt« hinzunehmen. Es ist spannend, sich mit dem GEMA Jahrbuch einmal genauer auseinanderzusetzen ...
So ist auf der GEMA Homepage zu lesen, dass der "Gesamtertrag der GEMA für ihre Rechteinhaber aus aller Welt im abgelaufenen Geschäftsjahr 841,0 Mio. € betrug und dies eine Steigerung um 18,0 Mio. € (2,2 %) gegenüber dem Vorjahr betrug". Und das angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession.

Gigantisch, welche Summen in der GEMA zusammenfließen, die dann wieder an Musiker ausgeschüttet werden und in die Kulturförderung fließen können ....

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